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181,716 studies31 sourcesUpdated 11 min ago
Peer-reviewedCC BY 4.0Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz

Bewegung und Bewegungsförderung bei Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland

  1. 1Department für Sportwissenschaft und Sport, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Gebbertstr. 123b, 91058 Erlangen, Deutschland
  2. 2Physical Activity for Health Research Centre, Health Research Institute, Department of Physical Education and Sport Sciences, University of Limerick, Limerick, Irland
  3. 3Institut des Sciences du Sport, Université de Lausanne, Lausanne, Schweiz

Abstract

Gesundheitliche Chancengleichheit hat in der Bewegungs- und Gesundheitsförderung zunehmend an Bedeutung gewonnen und ist sowohl international als auch in Deutschland als wichtiges Ziel verankert. Da soziale Ungleichheiten und Mehrfachbenachteiligungen das Bewegungsverhalten beeinflussen, sollten Bevölkerungsgruppen mit besonderen Zugangsbarrieren, darunter Menschen mit Migrationsgeschichte, bei der Bewegungsförderung verstärkt berücksichtigt werden. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu Bewegung und Bewegungsförderung bei Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland.

Repräsentative Daten zeigen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte seltener körperlich aktiv sind als Menschen ohne Migrationsgeschichte. Als zentrale Barrieren werden fehlende finanzielle Ressourcen, Sprachbarrieren, eingeschränkte Bewegungsgelegenheiten und kulturelle Faktoren berichtet. Dabei können sich verschiedene soziale Benachteiligungen, etwa aufgrund von Geschlecht, sozioökonomischer Lage und Migrationsgeschichte, überschneiden und Zugangsbarrieren verstärken. Am Beispiel des Projekts „Bewegung als Investition in Gesundheit“ (BIG) wird dargestellt, wie durch partizipativ entwickelte und zielgruppengerechte Angebote insbesondere Frauen mit Migrationsgeschichte erreicht werden können.

Für eine chancengerechte Bewegungsförderung sind neben partizipativen und zielgruppengerechten Angeboten auch strukturelle Rahmenbedingungen erforderlich, die den Zugang zu Bewegungsmöglichkeiten erleichtern. Die nachhaltige Implementierung und Skalierung entsprechender Maßnahmen können dazu beitragen, Zugangsbarrieren abzubauen und gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern.

BibTeX
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  author = {Karim Abu-Omar and Antonina Tcymbal and Sven Messing and Peter Gelius},
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RIS
TY  - JOUR
TI  - Bewegung und Bewegungsförderung bei Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland
AU  - Karim Abu-Omar
AU  - Antonina Tcymbal
AU  - Sven Messing
AU  - Peter Gelius
PY  - 2026
DA  - 2026/10/19
JO  - Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz
DO  - 10.1007/s00103-026-04318-3
UR  - https://doi.org/10.1007/s00103-026-04318-3
AB  - Gesundheitliche Chancengleichheit hat in der Bewegungs- und Gesundheitsförderung zunehmend an Bedeutung gewonnen und ist sowohl international als auch in Deutschland als wichtiges Ziel verankert. Da soziale Ungleichheiten und Mehrfachbenachteiligungen das Bewegungsverhalten beeinflussen, sollten Bevölkerungsgruppen mit besonderen Zugangsbarrieren, darunter Menschen mit Migrationsgeschichte, bei der Bewegungsförderung verstärkt berücksichtigt werden. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu Bewegung und Bewegungsförderung bei Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland.  Repräsentative Daten zeigen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte seltener körperlich aktiv sind als Menschen ohne Migrationsgeschichte. Als zentrale Barrieren werden fehlende finanzielle Ressourcen, Sprachbarrieren, eingeschränkte Bewegungsgelegenheiten und kulturelle Faktoren berichtet. Dabei können sich verschiedene soziale Benachteiligungen, etwa aufgrund von Geschlecht, sozioökonomischer Lage und Migrationsgeschichte, überschneiden und Zugangsbarrieren verstärken. Am Beispiel des Projekts „Bewegung als Investition in Gesundheit“ (BIG) wird dargestellt, wie durch partizipativ entwickelte und zielgruppengerechte Angebote insbesondere Frauen mit Migrationsgeschichte erreicht werden können.  Für eine chancengerechte Bewegungsförderung sind neben partizipativen und zielgruppengerechten Angeboten auch strukturelle Rahmenbedingungen erforderlich, die den Zugang zu Bewegungsmöglichkeiten erleichtern. Die nachhaltige Implementierung und Skalierung entsprechender Maßnahmen können dazu beitragen, Zugangsbarrieren abzubauen und gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern.
SN  - 1436-9990
SN  - 1437-1588
ER  -