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Peer-reviewedCC BY-NC-ND 4.0Der Nervenarzt

Möglichkeiten und Grenzen der Synergie von psychotherapeutischen Interventionen und Neuromodulation im Rahmen eines „Enhanced-Psychotherapy“-Ansatzes

  1. 1Sektion Translationale Psychotherapieforschung, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Medizinische Universitätsklinik Tübingen, Osianderstr. 5, 72076 Tübingen, Deutschland
  2. 2Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG), Standort Tübingen, Tübingen, Deutschland
  3. 3Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Tübingen, Deutschland

Abstract

Hintergrund: Psychotherapie ist bei den meisten psychischen Störungen ein leitliniengerechter Behandlungsansatz. In der letzten Zeit haben sich auch Neuromodulationsverfahren als eigenständige Verfahren in der Therapie psychischer Störungen etabliert. Das Konzept der „Enhanced Psychotherapy“ zielt darauf ab, bewährte evidenzbasierte psychotherapeutische Verfahren durch die mechanismenorientierte Integration neuer Behandlungsmodule zu erweitern. Allerdings wird die Kombination von Neuromodulation und psychotherapeutischen Interventionen oft undifferenziert als generelles „Enhancement“ verstanden. Angesichts heterogener Wirkmechanismen greift diese Perspektive zu kurz und wird durch die Evidenz nur eingeschränkt gestützt.

Fragestellung: Der Beitrag zielt auf eine konzeptuelle Klärung mechanismenbasierter Kombinationsansätze ab. Enhanced Psychotherapy wird dabei als gezielte, synergistische Verknüpfung psychotherapeutischer Interventionen mit Neuromodulation definiert, die adaptive Plastizität in spezifischen neuronalen Netzwerken fördert.

Schlussfolgerungen: Vielversprechend sind insbesondere die Kopplung von transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) mit kognitiven Trainingsparadigmen sowie das Prinzip des „Target Engagement“ bei repetitiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS), wenngleich die Datenlage heterogen bleibt. Entscheidend ist die gezielte Nutzung komplementärer Wirkmechanismen statt unspezifischer Kombinationen. Dieses Kombinationsmodell sollte störungsspezifisch weiterentwickelt werden, um die klinische Anwendung zu verbessern.

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SN  - 0028-2804
SN  - 1433-0407
ER  -