Krankenhausversorgung im Krisenfall
7 affiliations
- 1Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, SRH-Klinikum Sigmaringen, Sigmaringen, Deutschland
- 2Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
- 3Stabsstelle Resilienz- und Krisenmanagement, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland
- 4Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland
- 5Stabsstelle Strategisches Medizincontrolling, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland
- 6Klinikumsvorstand, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland
- 7Zentrales Klinisches Prozess, Leistungs- und Resourcenmanagement, Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm, Deutschland
Abstract
Hintergrund: Vor dem Hintergrund veränderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen in Europa stellt sich die Frage, inwieweit das deutsche Krankenhauswesen auf militärische Konfliktszenarien, Szenarien wie Katastrophe, Krise, Krieg (3K), vorbereitet ist.
Methodik: Die Arbeit wurde als narrative Literaturübersicht durchgeführt und umfasste den Zeitraum Januar 2020 bis 0Juni 2026 in den Datenbanken PubMed und Google Scholar. Verwendet wurden Kombinationen der Suchbegriffe „hospital preparedness“, „hospital resilience“, „war“, „military conflict“, „mass casualty incident“, „disaster planning“, „Germany“ sowie deren deutschsprachige Entsprechungen. Die Suchbegriffe wurden sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen eingesetzt.
Ergebnisse: Kontrollierte, randomisierte und verblindete Studien (RCT) zur Frage, ob deutsche Krankenhäuser auf militärische Auseinandersetzungen vorbereitet sind, gibt es nicht. Die verfügbare Evidenz zum Thema besteht überwiegend aus Expertenempfehlungen, Behördenberichten und Erfahrungen aus aktuellen militärischen Konflikten.
Diskussion und Schlussfolgerung: Während Deutschland über ein hochentwickeltes ziviles Gesundheitssystem verfügt, zeigen aktuelle Studien und nationale Risikoanalysen relevante Defizite in der Vorbereitung auf großflächige militärische Konflikte, insbesondere hinsichtlich eines lang andauernden Massenanfalls von Verletzten und der generellen systemischen Resilienz der Gesundheitsversorgung. Die Erfahrungen aus dem Russisch-Ukrainischen Krieg verdeutlichen, dass moderne Kriege zu einer massiven Belastung der Gesundheitssysteme führen. Die Integration ziviler Krankenhäuser in die nationale Sicherheitsplanung sowie regelmäßige Übungen und Investitionen in Resilienz tragen entscheidend dazu bei, die medizinische Versorgung auch in 3K-Situationen aufrechtzuerhalten.
BibTeX
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RIS
TY - JOUR
TI - Krankenhausversorgung im Krisenfall
AU - E. G. Pfenninger
AU - M. Königsdorfer
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AU - S. Mayer
AU - U. X. Kaisers
AU - B. Friemert
PY - 2026
DA - 2026/09/17
JO - Die Anaesthesiologie
DO - 10.1007/s00101-026-01738-3
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AB - Hintergrund: Vor dem Hintergrund veränderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen in Europa stellt sich die Frage, inwieweit das deutsche Krankenhauswesen auf militärische Konfliktszenarien, Szenarien wie Katastrophe, Krise, Krieg (3K), vorbereitet ist. Methodik: Die Arbeit wurde als narrative Literaturübersicht durchgeführt und umfasste den Zeitraum Januar 2020 bis 0Juni 2026 in den Datenbanken PubMed und Google Scholar. Verwendet wurden Kombinationen der Suchbegriffe „hospital preparedness“, „hospital resilience“, „war“, „military conflict“, „mass casualty incident“, „disaster planning“, „Germany“ sowie deren deutschsprachige Entsprechungen. Die Suchbegriffe wurden sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen eingesetzt. Ergebnisse: Kontrollierte, randomisierte und verblindete Studien (RCT) zur Frage, ob deutsche Krankenhäuser auf militärische Auseinandersetzungen vorbereitet sind, gibt es nicht. Die verfügbare Evidenz zum Thema besteht überwiegend aus Expertenempfehlungen, Behördenberichten und Erfahrungen aus aktuellen militärischen Konflikten. Diskussion und Schlussfolgerung: Während Deutschland über ein hochentwickeltes ziviles Gesundheitssystem verfügt, zeigen aktuelle Studien und nationale Risikoanalysen relevante Defizite in der Vorbereitung auf großflächige militärische Konflikte, insbesondere hinsichtlich eines lang andauernden Massenanfalls von Verletzten und der generellen systemischen Resilienz der Gesundheitsversorgung. Die Erfahrungen aus dem Russisch-Ukrainischen Krieg verdeutlichen, dass moderne Kriege zu einer massiven Belastung der Gesundheitssysteme führen. Die Integration ziviler Krankenhäuser in die nationale Sicherheitsplanung sowie regelmäßige Übungen und Investitionen in Resilienz tragen entscheidend dazu bei, die medizinische Versorgung auch in 3K-Situationen aufrechtzuerhalten.
SN - 2731-6858
SN - 2731-6866
ER -