[Internet-based self-help for loneliness from the users' perspective].
- 1Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Institut für Psychologie, Universität Bern, Fabrikstrasse 8, 3012 Bern, Schweiz.
Abstract
Einsamkeit ist mit vielfältigen gesundheitlichen Belastungen verbunden. Internetbasierte Selbsthilfeinterventionen bieten einen niederschwelligen Ansatz zur ihrer Reduktion, jedoch ist bislang wenig über die Erfahrungen der Nutzenden bekannt. Ziel dieser Studie war es, Erfahrungen mit der internetbasierten Selbsthilfeintervention SOLUS‑D zur Verringerung von Einsamkeit qualitativ zu untersuchen. Die Daten entstammen einer randomisierten kontrollierten Studie zu SOLUS‑D. Nach Abschluss der 10-wöchigen Intervention wurden halbstrukturierte Telefoninterviews mit den Teilnehmenden durchgeführt. Für die vorliegende Analyse wurden 17 Interviews ausgewählt und mittels reflexiver thematischer Analyse ausgewertet. Drei Hauptthemen wurden identifiziert: 1. Nutzende berichteten von Veränderungen in Denken, Fühlen und Handeln, darunter ein bewussterer Umgang mit automatischen Gedanken, mehr Klarheit im Umgang mit Einsamkeitsgefühlen, Aktivierung sowie ein gesteigertes Gefühl von Selbstwirksamkeit. 2. Es zeigte sich die Bedeutung der Begleitung: Automatische Nachrichten wurden eher als Erinnerung erlebt, während menschliche Begleitung Motivation, Sicherheit und das Gefühl, gesehen zu werden, förderte. 3. Es wurde deutlich, dass SOLUS‑D nicht für alle Nutzenden gleichermaßen passend war. Besonders Personen mit dem Wunsch nach direktem sozialem Austausch oder konkreten Kontaktmöglichkeiten erlebten Grenzen des Selbsthilfeformats. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass internetbasierte Selbsthilfeinterventionen bei Einsamkeit ein relevantes niederschwelliges Angebot darstellen können. Zugleich unterstreichen sie die Bedeutung einer stärkeren Personalisierung von Inhalten und Begleitung sowie einer gezielten Berücksichtigung individueller und sozialer Einflussfaktoren auf Einsamkeit.
Zusatzmaterial online: Zusätzliche Informationen sind in der Online-Version dieses Artikels (https://doi.org/10.1007/s00278-026-00881-x) enthalten.
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BibTeX
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RIS
TY - JOUR
TI - [Internet-based self-help for loneliness from the users' perspective].
AU - Noëmi Seewer
AU - Tobias Krieger
PY - 2026
DA - 2026/10/06
JO - Psychotherapie (Heidelberg, Germany)
DO - 10.1007/s00278-026-00881-x
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AB - Einsamkeit ist mit vielfältigen gesundheitlichen Belastungen verbunden. Internetbasierte Selbsthilfeinterventionen bieten einen niederschwelligen Ansatz zur ihrer Reduktion, jedoch ist bislang wenig über die Erfahrungen der Nutzenden bekannt. Ziel dieser Studie war es, Erfahrungen mit der internetbasierten Selbsthilfeintervention SOLUS‑D zur Verringerung von Einsamkeit qualitativ zu untersuchen. Die Daten entstammen einer randomisierten kontrollierten Studie zu SOLUS‑D. Nach Abschluss der 10-wöchigen Intervention wurden halbstrukturierte Telefoninterviews mit den Teilnehmenden durchgeführt. Für die vorliegende Analyse wurden 17 Interviews ausgewählt und mittels reflexiver thematischer Analyse ausgewertet. Drei Hauptthemen wurden identifiziert: 1. Nutzende berichteten von Veränderungen in Denken, Fühlen und Handeln, darunter ein bewussterer Umgang mit automatischen Gedanken, mehr Klarheit im Umgang mit Einsamkeitsgefühlen, Aktivierung sowie ein gesteigertes Gefühl von Selbstwirksamkeit. 2. Es zeigte sich die Bedeutung der Begleitung: Automatische Nachrichten wurden eher als Erinnerung erlebt, während menschliche Begleitung Motivation, Sicherheit und das Gefühl, gesehen zu werden, förderte. 3. Es wurde deutlich, dass SOLUS‑D nicht für alle Nutzenden gleichermaßen passend war. Besonders Personen mit dem Wunsch nach direktem sozialem Austausch oder konkreten Kontaktmöglichkeiten erlebten Grenzen des Selbsthilfeformats. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass internetbasierte Selbsthilfeinterventionen bei Einsamkeit ein relevantes niederschwelliges Angebot darstellen können. Zugleich unterstreichen sie die Bedeutung einer stärkeren Personalisierung von Inhalten und Begleitung sowie einer gezielten Berücksichtigung individueller und sozialer Einflussfaktoren auf Einsamkeit. Zusatzmaterial online: Zusätzliche Informationen sind in der Online-Version dieses Artikels (https://doi.org/10.1007/s00278-026-00881-x) enthalten.
SN - 2731-717X
SN - 2731-7161
ER -